»Du hast doch diesen guten, alten Hunger - du weißt, Sprachen sind Speisen.« Marica Bodrožić * Literarische Leuchtspuren und ein starkes Signal aus Österreich. * Reiseetappen von »Zeit der Mutigen« - Roman von Dimitré Dinev * Und mehr.
Finalist Internationaler Europa-Literaturpreis Meran mit Zeit der Mutigen. (6. Juni 2026 Entscheid)
16./17. Mai 2026: Solothurner Literaturtage. Lesung, Gespräch, Podiumsdiskussion, Livesendung SRF2 Kultur.
28. April 2026, Sofia: Jubiläumsfeier 35 Jahre Österreich-Bibliothek mit Dimitré Dinev. LINK
17. April 2026: SZ Interview mit Dimitré Dinev
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| Dimitré Dinev und Katja Gasser, ARD-ZDF-3sat-Bühne Leipziger Buchmesse am 19. März 2026 |
Dimitré Dinev auf der Leipziger Buchmesse (19. März 2026: Eröffnung der Donaubühne, plus 3sat Kulturzeit 12:40-13:00: Interview mit Katja Gasser, bis 19. März 2027 abrufbar, letzter Beitrag Teil I Aufzeichnung Hauptbühne, plus Deutschlandradio: Interview mit Stephanie von Oppen). Fokusthema:„Donau – Unter Strom und zwischen Welten“ auf der Donaubühne.

Dimitré Dinev und Katja Gasser, ARD-ZDF-3sat-Bühne Leipziger Buchmesse am 19. März 2026
Hamburg-Premiere Zeit der Mutigen mit Dimitré Dinev am 26. und 27. Februar 2026. Köster-Stiftung Barmbek & Stories! Die Buchhandlung (Foto unten).

Stuttgarter Zeitung: (...) Mehr kann Literatur als eine aufs Menschliche verpflichtete Schöpfung nicht leisten. (...)
Hamburg 10. November 2025. Das stärkste Signal einer Wertschätzung der Königsdisziplin literarischen Schaffens im gesamten deutschsprachigen Raum kommt im Jahr 2025 aus Wien: Der zehnte Österreichische Buchpreis geht an Dimitré Dinev für seinen Roman Zeit der Mutigen. Aus der Jury-Begründung: Zeit der Mutigen ist ein Kraftakt, ein „totaler Roman“, der an die großen Erzähler des 20. Jahrhunderts erinnert, aber eindeutig im 21. Jahrhundert beheimatet ist (...) Ein humanistisches Monument von einem Buch, das größer ist als Österreich, und das zeigt: Die Zeit der Mutigen ist noch lange nicht vorbei. Aus dem breiten Medienecho, TV, Radio, Presse, der obige Link (oe1 ORF). Klaus Servene
Mehr Stimmen und Details zu Zeit der Mutigen und zu Dimitré Dinev.
Du hast doch diesen guten, alten Hunger - du weißt, Sprachen sind Speisen. Marica Bodrožić
Klaus Servene: Beiträge für das Köster-Magazin Hamburg, Die kostenlose Zeitung aus Barmbek. Kurzgeschichte Heimreise.
Weitere Links & Tipps: Marica Bodrožić, Hasan Dewran, Meinrad Braun, Manfred Loimeier, Edition Andiamo im Wellhöfer Verlag, JanTurovski, Massum Faryar.
Frank Wallenta - Mehr Informationen
Europa Morgen Land - Mehr Informationen
Wer wir waren - Leuchtspuren im Rückspiegel 2000 bis 2017 - Mehr Informationen
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Klaus Servene - Biobibliografisches & kostenlose Texte Mehr Informationen
In eigener Sache: Meine Bücher finden Sie inzwischen fast nurmehr antiquarisch oder zur Ausleihe, z.B. in der Badischen Landesbibliothek oder in den deutschen Nationalbibliotheken in Leipzig und Frankfurt. Darum biete ich Ihnen bis auf Weiteres einen Teil davon hier zum kostenfreien Download an.
»Wer über Klaus Servenes Sätze wandert, merkt nicht, wie begierig er bald den verschiedensten Gerüchen nacheilt. Etwas kocht. Mal in uns, mal in unserer Nähe, denn die Welt bei ihm ist ein Gericht, an dem wir, die Unersättlichen, uns die Zunge verbrennen.« Dimitré Dinev, Wien
»Klaus Servene schreibt großherzig und sarkastisch zugleich. Ein Mensch mit einer süßen Zunge, mit einem warmen Mund, wie man in Afghanistan sagen würde.« Massum Faryar, Berlin
»Lebendige Geschichten, souverän und wirklichkeitsgesättigt.« Mannheimer Morgen
»Ein Schriftsteller, der tatsächlich seine Geschichten wie Kastanien aus dem Schmutz fischt und sie solange geduldig säubert, bis sie zu glänzen beginnen. Empfehlenswert.« Michael Lehmann-Pape, Leverkusen
Werkauswahl Band 3: Fell & Seife – Zwei Romane, Andiamo Verlag Mannheim 2015, 212 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-936625-74-5
Im »kurzen Roman vom Fell« geht es um die Geschichte eines »Nazijägers«, um politische und genetische Familiengeheimnisse und Schandflecken.
»Die Spur der Seife« behandelt das Thema Gewalt aus der Sicht eines Mörders. Die Spur führt in die Karibik, nach Südindien, nach New York, in den deutschen Südwesten mit seinen Städten und letztlich in den Hunsrück.
»Eine eindrückliche Innenansicht in unbekannte Dimensionen deutschen Lebens, deutscher Provinz, deutscher Mentalität, in einer herausragenden und originalen literarischen Sprache, voller ausdrucksstarker Szenen und Bilder.« Sawrennemik, die führende bulgarische Literaturzeitschrift für ausländische Literatur (Hrsg. Vladimir Zarev), Sofia, zur Veröffentlichung des »Kurzen Romans vom Fell« 2013 in bulgarischer Übersetzung.
»Mit feiner und umfassend differenzierter Sprache, im Stil durchaus angemessen wechselnd und ebenso differenziert gezeichneten Protagonisten erzählt Servene seine beiden Geschichten verletzter Menschen (...) Rückzug von der Welt, Kampf gegen sich selbst, Ohnmacht vor jahrhundertealten Schicksalslinien und doch immer auch ein Funken Hoffnung auf Besserung, auf ein Mehr sind die inneren Themen beider Romane, die für ein intensives Lese-Erlebnis sorgen.« Michael Lehmann-Pape, Leverkusen
Das Wasser kochte, der Kessel pfiff, ich nahm ihn vom Gasherd, Mendor goss frischen Kaffee auf, ein starker Duft erfüllte die Küche, Mendor quetschte das dicke und großformatige Buch unter den Geschirrschrank, an die Stelle, wo ein hölzerner Fuß abgebrochen war. Mendor sagte: »Ausgewackelt!« Wir tranken Kaffee, der Wind wirbelte braune Blätter an das Sprossenfenster, eine alte Frau in einem dicken Mantel kam aus dem kleinen Lebensmittelgeschäft gegenüber und ich sagte: »Ruhig ist es hier!«
Genug davon, meine Dame, meine Herren Analysten, auch Mendor und ich haben damals gestöhnt, wegen dieser altbackenen Dramaturgie, den leeren Vokabeln, den tragisch-komischen Rollen, dem anscheinend notwendigen Untergangs- und Wiedererweckungspathos.
Aber dennoch leuchtete es uns aus dem Kaffeesatz: Erstens. Es schien damals unumgänglich und wichtig zu sein, auf einer der zwei möglichen Seiten sich aufzuhalten. Zweitens. Opa war auf der Seite der um Jahrhunderte Zurückgebliebenen einzuordnen, auf der Seite der Hirten an der Spitze, auf der Gegenseite von verkleideten Matrosen. Drittens: Beide Seiten hatten die Welt nicht nur mit einem Schwall gewaltsamer Worte bedroht, sondern hatten begonnen, scharf aufeinander zu schießen. Wobei sehr oft das Kostüm für die echte Bekleidung gehalten wurde. Wobei die Admiralsuniform ohne den kaiserlichen Bäckermeister-Leib in Berlin zurückblieb. Wobei unter vielen anderen Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg kaltblütig erschossen wurden. Wobei die echten und verkleideten Matrosen ihrerseits ein beträchtliches Mengenmaterial von Feinden unter Beschuss nahmen und nicht immer daneben trafen. Wobei schließlich aus Blut, Elend, Dreck und Qual die erste deutsche Republik entstand: eine reine Zerreißprobe. Viertens: Opa wurde auf eigenen Wunsch am 9.4.1920 in die Heimat entlassen. Fünftens: Und im Sommer zeugte er Edgar, Omas und Opas einzigen Sohn. Sechstens: Für Onkel Edgar war der Stahlhelm auch schon wieder gepresst, wie man in den Dörfern so sagte. Siebtens: Kaisers Kaffee schmeckte besser als Kaisers Krieg.
Aus: Die Spur der Seife, Roman von Klaus Servene ZUR LESEPROBE
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Werkauswahl Band 4: Hitzkopf, Roman, Paperback, 224 Seiten, 8. Auflage Andiamo-Verlag, Mannheim 2015, ISBN 978-3-936625-72-1
Aber es geht um noch mehr, als um die Überwindung körperlicher Defekte. Es geht um Selbstbehauptung in einer interessengesteuerten Welt. Es geht um beruflichen Erfolg, um hitzige Übertreibungen, um Zukunftsängste und um Zuversicht.
»Ich stutze in den Faustschlag, der parallel zu dieser Frage kommt, genau auf mein rechtes Auge. Es kommen viele Fragen. Und noch mehr Schläge. Die Schläge sind immer wie kontrolliert. Mal fest und schmerzend, mal fast zart, wie wenn man einen Kumpel aufmuntern will. Sie tun mir weh, ihre Schläge, aber sie sind nicht vernichtend, nicht als einzelne Schläge vernichtend, verstehen Sie Brunhild? Nur in ihrer Gesamtheit sind sie vernichtend. Überall am Kopf knirscht es, und dauernd platzt was anderes auf.«
>> Was mir am Hitzkopf solchen Eindruck macht: dass du jeweils die Sprachregister draufhast, die in den Lebens- und Berufssphären der Redenden gezogen werden müssen. Ein Brüller waren Lorangs Ex-Kollege, der Versicherungsvertreter „Tach auch, Müller-Sulzbach, mein Name“ und sein hochseriöser Gegenpart Hans C. Jakobus, Generalagent. Und wenn Justus Lorang selbst sich in Rausch schreibt, dann ist das entgrenzt wie ein Blick aufs Meer ... Das ganze Material kommt locker rüber wie ein Badehandtuch, das du bei Seewind auszubreiten versuchst, aber trotz eminenter Temperamentswindstärke liegt das am Ende verblüffend akkurat im Sand, so dass man sich gern drauf niederlässt, um weiter deinen Sprachwellen nachzugucken.<< Thomas Frahm, Sofia
» ... Ein amüsanter Michel ... « (Mannheimer Morgen)
» ... Wanderer zwischen Heimat und Welt ... « (Hochwälder Wochenspiegel)
» ... literarischer Hochgenuss ... « (Trierischer Volksfreund)
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