Der Rücken des Vaters - Roman von Jan Turovski

Neuauflage 2013:

Der Rücken des Vaters, Roman, 3. Aufl. Mannheim 2015, Andiamo Verlag, Paperback, 156 Seiten, 12 €, ISBN 978-3-936625-76-9

»Leduc wollte nicht mehr, dass irgendein Laster, irgendeine Abweichung Vormundschaft über sein Leben und seine Handlungen erhielte. Kein Mensch sollte ihn je wieder dirigieren.«

Europa, wo es unverfänglich scheint: In einer kleinen Stadt in Belgien. Eine Bierbrauerdynastie: Die van de Loos und ihre Tochter Henriette, die für einen Erben sorgen sollte. Leduc schien genau der Richtige zu sein, ein »Enkelmacher«, muskulös, zäh, arbeitsam, anspruchslos und gut zu lenken ... Aber nun sehen wir Leduc dabei zu, wie er sich auf seine immer wiederholenden Spaziergänge macht durch Kleinstadt, Seele und Erinnerung - während er seine getrennt lebende Ex-Ehefrau Henriette in seinem Keller gefangen hält. Vorerst kommuniziert er mit ihr nur per Sprechfunk ...

Vorbei am rauchenden Kamin der Metzgerei geht Leduc, am Friseur und Anwaltsbüro, an den Gräbern seiner Eltern, nichts geschieht hier ohne Beobachtung, jedes Abweichen und innere Zögern wird registriert und zur quälenden Selbstrechtfertigung vor den Anderen, die in ihrer Alltäglichkeit zu skurrilen Figuren und gar Monstren werden. Die pittoreske Ordnung der Dinge und der Natur ist tiefengestört. Unter der Kleinstadt-Idylle liegt das Monströse, nicht das Erwartete tritt als Folge der kleinlichen Kontrollen, Planungen und Berechnungen auf – sondern ein folgenschweres Missverständnis und eine Katastrophe, die man so nicht erwartetet hat.

Leducs Selbstbefreiungsversuch – eine mörderische Farce?

Der Rücken des Vaters - Pressestimmen

Mannheimer Morgen
Bonner Generalanzeiger

Zur Erstausgabe:
„Ein Psychokrimi mit poetischer Sprache, ein Roman, der bis zuletzt Spannung aufkommen lässt.“ (Schaufenster, Bonn)

„Mit Gefühl für Wahrnehmungsmuster hat Turovski ein Szenario geschaffen, das seine Spannung aus gegensätzlichen Begriffspaaren – Stille und Lärm, Traum und Handlung – bezieht.“ (Münchner Merkur)

„Jan Turovski zeichnet dies unscheinbare, aber eben doch tragische Leben eines Mannes und einer Kleinstadt wortgewandt auf. Feinziseliert reiht er detailliert Szene an Szene, die jede für sich starke Bilder evoziert. Für Spannung sorgen die psychologischen Abgründe, die auf jeder Seite mit ihrer undurchdringlichen Schwärze drohen. Die Sprache gleicht der eines unbeteiligten, distanzierten Beobachters, wie er in persona als unbekannter Fremder im Roman selbst auftaucht. Gleichwohl zeigt Turovski offene Anteilnahme an seinem Helden, dem die kleinstädtische Enge Schutzmantel und Würgegriff zugleich geworden ist.“ (Hessische/Niedersächsische Allgemeine Zeitung, Kassel)

„Die Enge, den Standesdünkel und die festgefahrenen sozialen Verhältnisse einer kleinen Stadt an der belgischen Grenze, beschreibt der Bonner Jan Turovski treffend in seinem zweiten Roman.“ (General-Anzeiger, Bonn)

„156 Seiten, die von einer latenten, subtil aufgebauten Spannung durchdrungen sind. ... so schildert Jan Turovski in sprachlich mächtig aufgeladenen Bildern – durchsetzt mit traumartigen Rückblicken auf Jugend und Ehe – wie Leduc seine Frau im Keller seines Hauses einsperrt, als sie eines Tages entgegen der Abmachung doch noch einmal bei ihm auftaucht. ... Näheres dazu zu berichten, käme einem Verrat an der so fein aufgebauten Geschichte und ihrem überraschenden Ende gleich...“ (Neue Westfälische Zeitung, Bielefeld)

„Ein spannendes, aus der Sicht Leducs erzähltes Buch mit unerwarteten Wendungen.“ (Besprechungen Annotationen, Reutlingen)

„Auch in Der Rücken des Vaters spielen Schuld und Vergeltung eine zentrale Rolle. … Mit leisen, eindringlichen Worten schildert der Autor den schleichenden Wandel des Protagonisten. Eine große Rolle spielt die Umgebung: Turovski hat seine Geschichte in einer fiktiven belgischen Kleinstadt angesiedelt. Eindrucksvoll gelingt es ihm, die depressive Wirkung dieses Städtchens zu schildern, in dem Grau die hervorstechende Farbe ist und der Regen nie enden will. Die ewig gleichen Menschen, die jeden Abend den gleichen Platz im gleichen Lokal einnehmen, stehen für eine Umgebung, in der jeder jeden kennt und ein Abweichen vom vorgezeichneten Weg sofort registriert wird.“ (Kölner Stadt-Anzeiger)

„Der in Bonn lebende Autor Jan Turovski erzählt diese Geschichte als Alltagsgeschichte, die auf Elemente einer spektakulären Dramaturgie verzichtet, um schließlich zur unvermeidlichen Eskalation des Geschehens im Finale hinzuführen, die auf verschiedenen Erzählebenen – Traum und Wirklichkeit - gelagert, zwei gänzlich verschiedene Variationen des Romanendes vorstellt. Der doppelte Schluss als anti-illusorischer Handgriff... Turovskis Roman entfaltet eine unpathetische Trostlosigkeit. Wir sehen Leduc dabei zu, wie er sich auf seine immer wiederholenden Spaziergänge macht. Vorbei am rauchenden Kamin der Metzgerei, am Friseur und Immobilienbüro in dieser Null-Idylle seiner grau-grauen Heimatstadt, während Gedanken in seinem Kopf träge von hier nach dort, von gestern nach morgen treiben. Es ist diese geduldige und nüchterne Darstellung einer äußeren wie inneren Ödnis, die Turovski so gekonnt betreibt, dass aus ihr allein die Geschichte ihre diffuse Spannung erhält.“ (Junge Welt, Berlin)

„In seinem neuen Roman Der Rücken des Vaters greift Jan Turovski gewohnt voll in den sprachlichen Ausdruck. Eine spannende Familiensaga.“ (Mainpresse, Mainz)

„Der Autor Jan Turovski zeigt, wie ein desillusionierter einsamer Mann sein Leben Revue passieren lässt. Die Gegenwart des Protagonisten wird quälend heimgesucht von Bildern aus vergangenen Zeiten, die sein jetziges Handeln bestimmen. Turovski überzeugt wenn er schnörkellos formuliert. Dann gelingen ihm bei seiner Liebe zum Detail und ausgeprägter sinnlicher Wahrnehmungsfähigkeit Szenen von hoher atmosphärischer Dichte.“ (Badisches Tageblatt)

„Der beklemmende Spaziergang von Jan Turovski durch das belgische Kleinstadtszenarium und die seelischen Abgründe seiner Bewohner hat hohes literarisches Niveau. Mit glänzender Formulierungsgabe und bilderreicher Sprache versteht es der Autor, dem Leser Einblick in den tiefen Konflikt, den sein Protagonist mit sich selbst austrägt, zu verschaffen.“ (Das neue Buch, buchprofile)

„In einer stilistisch faszinierenden Mischung aus Poesie und Prosa, Vor- und Rückblenden, wechselnden realistischen Augenblicksszenarien und alle Möglichkeiten in Erwägung ziehenden fiktiven Gedanken, wächst in Pauls Unterbewusstsein ein von langer Hand, wie es scheint, vorbereiteter Plan, der sich spannend und zügig entwickelt. Es ist die traurige Geschichte eines bedauernswerten Menschen, für den sich kein anderer Ausweg ergibt, als zum Mörder zu werden, weil schließlich kein Ausweg auch einer ist.“ (Main-Echo, Aschaffenburg)

Wikipedia
Deutsche Nationalbibliothek

Drei Pressestimmen zu Turovskis erstem Roman Die Sonntage des Herrn Kopanski

Jan Turovski erzählt die Geschichte Kopanskis ... mit großer Sprachdisziplin. , .. Akribische Genauigkeit in der Charakteristik, spannende Handlungsabfolge ... und eine zeitnahe Thematik machen Jan Turovskis Roman zur fesselnden Suche nach der Lebenswahrheit.
Kölnische/Bonner Rundschau

In „Die Sonntage des Herrn Kopanski" schildert Turovski in eindringlicher Sprache, wie der Realitätsverlust des Mannes alle Hoffnung auf Liebe und Wärme in einer Katastrophe enden läßt.
Hörzu

Es ist eine Geschichte von Einsamkeit, Realitätsverlust und zunehmend wahnhafter Verzerrung der Wirklichkeit, die der in Bonn lebende Jan Turovski in seinem ersten Roman erzählt. In einer seltsam kurzatmigen Kunstsprache folgt Turovski seinem namensähnlichen Helden stets beklemmend dicht, so daß der Leser ganz auf die eingeschränkte Weltsicht des zugleich bedauernswerten und gefährlichen Kopanski verwiesen bleibt.
Die Zeit