Sophie fatale - Roman von Jan Turovski

"Der neue Roman von Jan Turovski ist eine Hommage an die Stadt Paris."Junge Welt

Sophie fatale ..., Roman, 2.Auflage Mannheim 2015, Andiamo Verlag, Paperback, 200 Seiten, 13.90 €, ISBN 978-3-936625-75-2

Wenn Du dies liest, bin ich tot. Versuche nicht, mich zu finden. Ich bin tot, verstehst Du? Tot.

Sophie schreibt diese Notiz für Jacques, 26, der gerade sein Literaturstudium geschmisssen hat und mehr schlecht als recht von Übersetzungen lebt. Seine vor Jahren schon überwunden geglaubte Leidenschaft für Sophie entflammt sofort neu und er begibt sich auf eine zwanghafte Suche nach ihr. Er irrt durch Paris - Sophie sei gestorben, sagt man ihm. Er fährt zum Wohnort ihrer Eltern, wo gemutmaßt wird, Sophie habe sie umgebracht. Er besucht ein Frauengefängnis ...

Zwei Welten stoßen mit Sophie und Jacques aufeinander, faszinieren und reiben sich - seine großbürgerliche und ihre beinahe gesetzlose - in dieser fatalen, traurigkomischen Geschichte einer sich erfüllenden und zerstörenden Liebe, im Frankreich der Jahrtausendwende.

Besprechung Junge Welt Hier

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Rezension Mannheimer Morgen HIER

Neue Westfälische 6.Januar 2015:

(...) Aus der Perspektive des 26-jährigen Ich-Erzählers berichtet der Roman von der berauschenden, gleichwohl nicht lebbaren Beziehung zwischen ihm, dem rebellischen Sohn aus besserem französischen Hause, und der schönen, aber vollkommen unberechenbaren Sophie. Eine amour fou, wie sie schon in vielen Büchern stand – am eindrücklichsten zuletzt vielleicht in Mario Vargos Llosas „Das böse Mädchen“ – und wie sie das Lesepublikum immer wieder aufs Neue fasziniert.

Das vermag auch Jan Turovski mit „Sophie Fatale“. Sein erst in atemlosen Kürzestsätzen verfasster, später in ruhigere Erzählwasser geratender Roman besticht durch das dunkle Spannungsfeld, in dem sich seine Protagonisten bewegen. Das in Etikette und gesellschaftlichem Ehrgeiz erstarrte Bürgertum auf der einen Seite, die von Sophie verkörperte lose Moral auf der anderen. Turovskis Held hängt irgendwo dazwischen, bis er so weit aufgerieben wird von der Geschichte, dass man um sein Leben fürchten muss. Im Delirium, das der im Roman thematisierten Zerstörungskraft der Liebe angemessen erscheint (…) endet der Roman. Er ist lesenswert.


Ein Vogel in freiem Flug von LUKAS KRANTZ - Palo Alto, Kalifornien:

Jan Turovski, Bonner Autor, Studienjahre in Paris, Cambridge und London, hat sein neuestes Buch vorgestellt. Die traurig-komische Geschichte zwischen Jacques und Sophie beginnt, als beide etwa 19 Jahre alt sind. Die Begegnung ist lebensentscheidend und dauert kaum ein Jahr. Jacques, der Sophie danach über Jahre nicht gesehen hat, beginnt die Suche nach ihr, nachdem ein alter Zettel auftaucht, auf dem sie schrieb: Wenn Du dies liest, bin ich tot. Versuche nicht mich zu finden. Ich bin tot, verstehst Du? Tot.

Sie, ein Vogel im freien Flug, hat ihn ausgehöhlt, verzuckert, zurecht gerückt und aus der Bahn geworfen, sie tauchte auf, sie verschwand, lebte nirgendwo und überall. Der Sohn aus dem höheren französischen Bürgertum von Tours und die erotische, respektlose, lebensgierige, ein wenig zweifelhafte, aber echte, Sophie, herzlos, jedoch mit Herz, wirft den Studenten völlig vom Gleis.

Jan Turovski, der mit Romanen wie Die Sonntage des Herrn Kopanski, Der Rücken des Vaters, Kurzgeschichten wie Sweet Home, der Novelle Berni Bastian und Therese - eine tragische Familiengeschichte, die in den letzten sechs Kriegsmonaten in Bad Godesberg spielt - reüssierte, hat den zweiten Band einer geplanten Gesamtausgabe seines Werkes in einem jungen, mitreißenden Ton geschrieben. Brillante Sprache und profunde Kenntnisse der Stadt Paris und der widersprüchlichen Geheimnisse der Liebe, sowie der Merkwürdigkeiten des höheren französischen Bürgertums, machen das Buch zu einer fesselnden Lektüre. Jan Turovski, der mehrere Literaturpreise gewann, dürfte hier wieder einmal preisverdächtig sein.

Wikipedia
Deutsche Nationalbibliothek

Jan Turovski

Geboren in Bielefeld, lebt derzeit in Bonn.
Romane, Kurzgeschichten, Lyrik, Theaterstücke.
Studienjahre in Cambridge, London und Paris.
Amerika-Aufenthalte.
Cambridge University Certificate of Proficiency in English.
Sorbonne Diplôme de langue et civilisation françaises.
Student trainee der Fa. Selfridges Ltd. London.
3 x Granta-Preis für die Short Stories Purgatory, The Witness und Blue Glass.
‘Prix Littéraire Européen Arthur Rimbaud 2000’ für die unveröffentlichten Manuskripte Sophie fatale ... (Roman) und Die blaue Provinz (Gedichte).
Mitarbeit an die horen, The London Magazine, Lyrik- Anthologien, sowie an Rowohlts Don-Juan-Anthologie, ‘Geschichten zwischen Liebe und Tod’.
Beiträge in Zeitungen, Zeitschriften, Rezensionen usw.

Buch-Publikationen:
1988: Die Sonntage des Herrn Kopanski, Roman, Benziger Verlag/Zürich.
1995: Der Rücken des Vaters, Roman, Avlos Verlag.
1997: Vor(w)orte der Liebe, Gedichte, Avlos Verlag.
2002: Sweet Home, Kurzgeschichten, bei Ango Boy.
2012: Berni, Bastian und Therese, Novelle, Bouvier Verlag.
2013: Der Rücken des Vaters, Roman, Neuausgabe, andiamo Verlag.
2014: Sophie fatale …, Roman, andiamo Verlag.
2014: Das sprichwörtliche Leben, Roman, andiamo Verlag.
2015: Der lange Arm, Roman, andiamo Verlag.
2015: Almuts Affären, Roman, andiamo Verlag.
2016: Millingers Bart, Roman, andiamo Verlag.

Drei Pressestimmen zu Turovskis erstem Roman Die Sonntage des Herrn Kopanski

Jan Turovski erzählt die Geschichte Kopanskis ... mit großer Sprachdisziplin. , .. Akribische Genauigkeit in der Charakteristik, spannende Handlungsabfolge ... und eine zeitnahe Thematik machen Jan Turovskis Roman zur fesselnden Suche nach der Lebenswahrheit. Kölnische/Bonner Rundschau

In „Die Sonntage des Herrn Kopanski" schildert Turovski in eindringlicher Sprache, wie der Realitätsverlust des Mannes alle Hoffnung auf Liebe und Wärme in einer Katastrophe enden läßt. Hörzu

Es ist eine Geschichte von Einsamkeit, Realitätsverlust und zunehmend wahnhafter Verzerrung der Wirklichkeit, die der in Bonn lebende Jan Turovski in seinem ersten Roman erzählt. In einer seltsam kurzatmigen Kunstsprache folgt Turovski seinem namensähnlichen Helden stets beklemmend dicht, so daß der Leser ganz auf die eingeschränkte Weltsicht des zugleich bedauernswerten und gefährlichen Kopanski verwiesen bleibt. Die Zeit

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